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AUSGABE 47 WER IST EUROPA? STARTSEITE EDITORIAL VON BJÖRN BRÜCKERHOFF LOBEND ERWÄHNT: NEUE GEGENWART BAUSTELLENBESUCH ZU BABEL ES WERDE EUROPA NEGATIV IST POSITIV WIE EUROPÄISCH IST DAS DEUTSCHE KINO? DIE JUNGE UNION GRENZENLOS SIND WERBEVERBOTE DENKVERBOTE? DIE EU IN ZAHLEN NEWSLETTER ALLE AUSGABEN IN STICHWORTEN ÜBER DAS MAGAZIN IMPRESSUM |
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So ambitioniert viele Politiker auch von europäischer Kultur sprechen, so arm bleibt europäische Kulturpolitik und deren Umsetzung oft in der Praxis. Als rhetorisches Mittel funktioniert Kultur bei den Redenschreibern Europas bereits sehr gut, aber selbst im Entwurf für die Verfassung für Europa kam sie nicht weit über die Präambel hinaus. „Wir haben es mit einer konterproduktiven Inflation des Diskurses zu tun. Wir pendeln zwischen den Extremen des büro-kratischen Exzesses der Planung und des rhetorischen Exzesses der sentimentalen Utopie hin und her. Die Intellektuellen bemühen sich, pragma-tisch vorzugehen, während die Politiker immer lyrischer werden“ sagt Andrei Pleşu, Kunsthistoriker und Rektor des New Europe College in Bukarest. Woran liegt das? |
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Die EU bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen der Vorstellung eines
gemeinsamen kulturellen Erbes und einer bestehenden Vielfalt nationaler
Kulturen mit oft unterschiedlichen kulturpolitischen Konzepten. Den ersten
Impuls für kulturelle Maßnahmen auf europäischer Ebene überhaupt gab das
Europäische Kulturabkommen aus dem Jahre 1954. Die „Kultur für alle“ und das
„Bürgerrecht Kultur“ führten dann in der „Neuen Kulturpolitik“ der siebziger
Jahre zu einer erheblichen Ausweitung der kulturellen Aktivitäten und
spiegelten sich auch in mehreren Beschlüssen des Ministerrates wieder. Aber
erst der Vertrag von Maastricht und sein Artikel 151 räumten im Jahre 1992
der Kultur offiziell einen Platz bei der Verwirklichung des europäischen
Gedankens und eines „europäischen Kulturraums“ ein. Die Kompetenz der EU im
Bereich der Kultur beschränkt sich allerdings aufgrund des
Subsidiaritätsprinzips ausschließlich auf Maßnahmen, die auf regionaler oder
nationaler Ebene nicht geregelt werden können. Die bekanntesten Instrumente
sind dabei die Kulturhauptstädte Europas und das Programm
Kultur 2000. |
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